Es ist Sonntagnachmittag am Polizeipräsidium in Lockholm. Noch mehrere Boxen voll mit Donuts stehen in der Küche; heute dürften wohl viele Kollegen im Außendienst unterwegs sein.

Euer Arbeitsplatz wurde in den letzten Wochen von negativen Schlagzeilen überschattet. Nachdem kürzlich einigen Häftlingen die Flucht aus dem städtischen Gefängnis gelang, wurden Sicherheitsbedenken laut. Wenn die Gerüchte stimmen, dass einer der Wächter bestochen wurde, könnte das ein sehr schlechtes Licht auf euch werfen.

Für Anfänger wie euch ist es ein Sonntag wie jeder andere. Protokolle müssen abgearbeitet und abgeschlossene Fälle sorgfältig archiviert werden. Das Rattern des Faxgeräts holt euch kurz aus eurer monotonen Arbeit. Wer schickt überhaupt noch ein Fax?

Bei der Nachricht handelt es sich um eine Bombendrohung.

Nicht die erste und sicher auch nicht die letzte. Das einzige, was sie von anderen Drohungen unterscheidet, ist die Kürze und Prägnanz der Nachricht. Keine Gründe, keine Forderungen, nur die Information, dass die Bombe in der Innenstadt hochgehen würde.

Ihr habt schon viele dieser Warnungen miterlebt. Meistenstecken dahinter betrunkene Jugendliche, die sich einen Scherz erlauben, oder Verrückte, die Aufmerksamkeit wollen. Es ist normalerweise leicht, die wichtigen Warnungen von den Scherzen zu unterscheiden. Das Fax ist ein starker Kandidat für den „Nicht wichtig“-Stapel, das Codewort im Präsidium für den Mülleimer.

Nach 30 Minuten werdet ihr wieder vom Faxgerät belästigt. Der Übeltäter oder die Übeltäterin hat die Nachricht noch einmal geschickt.

Langsam macht euch das nervös: Ein zweites Mal schickt kein Scherzbold so eine Nachricht. Euer Gefühl sagt euch, dass ihr diese Warnung ernst nehmen solltet. Nach einem kurzen Gespräch mit eurem Vorgesetzten, wird klar, dass er nicht von eurer Idee überzeugt ist. Er erinnert euch daran, als ihr das letzte Mal eine telefonisch gemeldete Geiselnahme beenden wolltet, dass es sich beim angeblichen Täter um eine Entenmutter handelte, die ihre Küken nicht frei herumschwimmen lassen wollte!

Ihr lasst euch nicht von ihm unterkriegen und entscheidet euch für das Wohl der Stadt und dafür, seine Weisung zu übergehen. Weitere schlechte Schlagzeilen wären fatal!

Das Fax ist einfach zu verfolgen, es kommt vom anderen Ende der Stadt. Gemeinsam macht ihr euch auf den Weg, nach 23 Minuten steht ihr vor dem Apartment. Es gibt nur eine Glocke; sie ist beschriftet mit dem Namen Johann S. Dauerläuten und Klopfen bleiben unbeantwortet, aber das Schloss ist schnell geknackt.

Auf dem Küchentisch findet ihr mehrere Utensilien, die euch das Blut in euren Adern gefrieren lassen. In der Ecke steht ein Faxgerät.

Es ist wohl wahr, Johann möchte eine Bombe hochgehen lassen.

Nur ihr könnt es verhindern und beginnt sofort, das Apartment nach Hinweisen zu durchsuchen.

Kurz nach eurer Erkenntnis, ruft euch euer Vorgesetzter an. Er meint, ein Mann namens Johann S. wurde im Restaurant Panorama festgenommen. Jener war einer Kellnerin aufgefallen, da er unbedingt einen bestimmten Platz am Fenster haben wollte und immer wieder die Worte „Bombe“, „20 Uhr“ und „Ich will es sehen“ vor sich hin brabbelte. Ein Blick auf eure Uhren verrät:

In einer Stunde wird Lockholm in Schutt und Asche liegen!