Seit Monaten sitzt du nun unschuldig im Gefängnis. Es ist kalt, das Tropfen des undichten Wasserhahns treibt dich in den Wahnsinn. Und doch musst du noch mehr als ein Jahrzehnt hier verbringen! Wenn dich nur diese Gitterstäbe nicht von der Freiheit trennen würden...

In deiner Abteilung sind Betrüger und Mörder untergebracht, doch eine Tür am Ende des Ganges scheint besonders gut gesichert zu sein. Das Zahlenschloss lässt darauf schließen, dass hier mit höherer Sicherheit gearbeitet wird. Auf deine Frage an den Wärter, was sich dort verberge, gibt er dir eine ganz einfache Antwort: „So’n Typ namens Hertlein. Was der gemacht hat, willst du gar nicht wissen.“

Eines langweiligen Tages, ereignislos wie jeder andere auch, bemerkst du in der Warteschlange der Kantine, dass du von einem Mitarbeiter der Essensausgabe beobachtet wirst. Als du vor ihm stehst, fragt er dich emotionslos: „Rosenkohl?“ Dein verneinendes Kopfschütteln ignoriert er gekonnt und schüttet dir trotzdem eine Portion auf dein Tablett. Danach lehnt er sich noch kurz nach vorne und flüstert dir ein paar Worte zu.

„Hertlein bricht heute aus. Warte auf ein Zeichen, dann schaffst du es auch.“

Er legt dir ein paar Fetzen Papier auf dein Tablett, wendet sich dem nächsten Häftling zu und bietet auch ihm seinen köstlichen Rosenkohl an.

Zurück in deiner Zelle schaust du dir die Papierfetzen genauer an, doch du erkennst daran nichts Besonderes. Und was genau hat er gemeint mit „Warte auf ein Zeichen“? Spätnachts grübelst du noch immer, wie denn dein Ausbruch vonstattengehen soll. Du vernimmst ein komisches Geräusch an deiner Tür, als würde sie gerade ein Wächter aufsperren. Als du nachsehen gehst, bemerkst du, dass dein Gefühl dich nicht getäuscht hat.

Jemand hat deine Zelle aufgesperrt.

Langsam schleichst du dich hinaus und siehst, dass nicht nur dir die Zelle geöffnet wurde. Als du bemerkst, dass niemand genau weiß, was passiert ist, verkündest du voller Elan:

„Hertlein ist ausgebrochen! Wir machen es ihm nach.“

Du erinnerst dich an die Papierfetzen, die dir der Kantinenmitarbeiter gegeben hat, und an das Zahlenschloss an der Zellentür. Dort muss Hertlein euch den Weg in die Freiheit geebnet haben!

„Schnell, wir haben nur eine Stunde, dann kommen die Wärter. Hertlein hat uns Hinweise hinterlassen, wie wir es auch schaffen können. Das ist unsere einzige Chance!“